Ich bin Kfz-Meister. Ich kenne den Geruch von Motoröl, weiß wie sich ein schlechtes Lager anfühlt bevor man es hört, und ich habe mehr Stunden unter Fahrzeugen verbracht als an einem Schreibtisch. Das ist mein Handwerk — und ich stehe dazu.

Aber ich habe noch ein zweites Handwerk. Eines das ich mir selbst beigebracht habe. Und das hat mich irgendwann dazu gebracht, eine eigene Software zu entwickeln.

IT war immer schon dabei

Schon lange bevor Digitalisierung ein Modewort wurde, war IT für mich ein Hobby. Nicht weil es cool klang, sondern weil es mich schlicht interessiert hat. Wie Systeme funktionieren. Wie man Probleme mit den richtigen Werkzeugen löst. Das ist im Grunde nicht so weit weg vom Denken eines Mechanikers — nur dass die Werkzeuge andere sind.

Dieses Wissen habe ich nie vom Rest meines Lebens getrennt. Als Selbstständiger habe ich es immer aktiv eingesetzt. Nicht um zu glänzen, sondern weil es einfach Sinn ergeben hat.

Das führte unter anderem dazu, dass ich 2024 — aus purer Frustration — hergegangen bin und für unser Unternehmen eine komplette Netzwerkstruktur aufgebaut habe. Von Grund auf. Physisch umgesetzt, selbst installiert. Vorher: ein Repeater hier, ein Router dort, alles irgendwie auf Krampf zusammengeschustert. Danach: eine saubere, funktionierende Infrastruktur.

Kein externer Dienstleister. Kein großes Aufheben. Einfach: Problem erkannt, Problem gelöst.

Die Frage die mich nicht losgelassen hat

Parallel dazu gab es ein Thema das bei uns im Betrieb schon lange latent vorhanden war: Werkstattplanung.

Mein Geschäftspartner — ein erfahrener, pragmatischer Kfzler durch und durch — hatte mit digitalen Tools nicht viel am Hut. Das ist keine Kritik, das ist eine Realität die ich aus vielen Betrieben kenne. Die klassische Papierplanung. Übersichtlich, anfassbar, bewährt.

Aber sie hat Grenzen. Bei uns liefen wir ständig gegen dieselbe Wand: Der Terminkalender war voll, aber keiner wusste wirklich wie viel gerade tatsächlich auf dem Hof stand. Wie viele Fahrzeuge in welchem Zustand. Was wann fertig wird. Der Überblick fehlte — nicht aus Schlampigkeit, sondern weil das Werkzeug dafür einfach nicht existierte.

Da hat mich eine Frage nicht mehr losgelassen:

Was müsste ein digitales Tool können, damit jemand wie mein Partner es auch wirklich benutzt?

Nicht: Was können wir technisch bauen? Nicht: Was ist trendy? Sondern: Was passt in den Werkstattalltag eines Menschen der keine Zeit und keine Lust hat, sich mit Software herumzuschlagen?

Die Erkenntnis auf einem Blatt Papier

Ich habe mir angeschaut wie klassische Terminplaner aufgebaut sind. Und ich habe ziemlich schnell gemerkt warum sie in Werkstätten nicht funktionieren.

Ein Arzttermin dauert 15 Minuten. Ein Fahrzeug kommt rein, steht zwei Tage, wartet auf Ersatzteile, geht zwischendurch nochmal auf die Hebebühne, wartet auf den Kunden — und ist irgendwann fertig. Das ist kein Termin. Das ist ein Projekt.

Ein Terminslot-System bildet das nicht ab. Es kann gar nicht.

Also habe ich angefangen, etwas zu skizzieren. Auf Papier, ganz analog. Ein Planer der Fahrzeuge als das behandelt was sie sind: als laufende Projekte mit einem Status, einer Geschichte, einem Fortschritt.

Ich habe meinem Partner die Idee gezeigt. Seine Reaktion war simpel und direkt: „Ja, so was würde ich benutzen. Das ist eine gute Idee.”

Von jemandem der digitalen Tools grundsätzlich skeptisch gegenübersteht, war das das ehrlichste Feedback das ich mir wünschen konnte.

Fünf Jahre später

Zwischen dieser Skizze und einer echten Software lagen etwa fünf Jahre. Jahre in denen andere Dinge Priorität hatten, in denen die Idee reifte, in denen ich mir fragte ob es wirklich Sinn macht.

Am Ende hat es Sinn gemacht.

Heute heißt dieses Tool Torq.Li — eine Werkstattsoftware die Fahrzeuge als Projekte denkt, eine horizontale Kalenderansicht bietet und Betrieben hilft zu sehen was wirklich auf dem Hof los ist. Entwickelt nicht von einer Agentur, nicht von einem Startup-Team, sondern von einem Kfz-Meister der weiß wie Werkstattalltag riecht.

Warum ich das erzähle

Nicht um zu beeindrucken. Sondern weil ich glaube dass viele Betriebe — spezialisierte Kfz-Betriebe vor allem — vor denselben Fragen stehen wie wir damals.

Welche Tools passen wirklich zu uns? Was hilft und was kostet nur Geld und Nerven? Wie digitalisiert man einen Betrieb ohne den Betrieb dabei zu verlieren?

Genau darum geht es bei ZEOS83. Digitalisierung mit Augenmaß. Von jemandem der das Handwerk kennt.


Fragen oder Austausch? Schreib mir: mail@zeos83.com